Steripharm Ihr Folsäurespezialist

SCHWANGERSCHAFT UND STILLZEIT

Für den Verlauf einer angenehmen Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes unterstützen wir Sie gerne mit unseren Produkten Nausema®, Folio®forte, Folio®forte jodfreiFolio® und Folio®jodfrei. Außerdem bieten wir Ihnen umfangreiche Serviceleistungen und Informationen rund um das Thema Schwangerschaft und Stillzeit an.



ALLGEMEINES

Für die Entwicklung des Kindes spielt Ihre Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit eine entscheidende Rolle. 

Ihr Kalorienbedarf steigt nur mäßig an. Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen ist in dieser Zeit aber erheblich höher. Sorgen Sie deshalb für eine ausgewogene und vollwertige Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten sowie gelegentlich Fisch und Fleisch. 

Absolut tabu sollten Drogen, Alkohol, Nikotin und rohe Lebensmittel sein! 

Zu den rohen Lebensmitteln zählen neben rohem Fleisch und Fisch auch Rohmilchprodukte wie Mozzarella, Emmentaler oder Schafskäse. Diese Lebensmittel sind kennzeichnungspflichtig und somit beim Kauf leicht zu erkennen.

Selbst wenn Sie sich gesund ernähren ist es nicht einfach, das empfindliche Vitamin Folsäure in der tatsächlich benötigten Menge aufzunehmen. Dasselbe gilt für den Mineralstoff Jod, der in unserer Nahrung nur unzureichend vorhanden ist. Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 kann eintreten, wenn Sie keine oder nur selten tierische Nahrungsmittel zu sich nehmen. Und: Nicht jeder verfügt über genügende Vitamin D3 Reserven. Doch auf genau diese Mikronährstoffe kommt es an.

Der Eisenstatus schwankt und wird von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin durch Messung des Hämoglobinwertes (Hb-Wert) routinemäßig ermittelt. Eventuell wird Ihnen über einen begrenzten Zeitraum ein Eisenpräparat verordnet. In der Regel ist es aber nicht notwendig, während der gesamten Schwangerschaft Eisentabletten einzunehmen.

Wichtig für die Entwicklung der Zähne und Knochen Ihres Kindes ist die ausreichende Zufuhr von Calcium. Der Tagesbedarf steigt während der Schwangerschaft und Stillzeit um 50 % an. Sie sollten deshalb Ihre Ernährungsweise den geänderten Bedürfnissen anpassen. Gute Calciumlieferanten sind Milch und Milchprodukte, aber auch Brokkoli und Grünkohl.

Gehen Sie die Frage der Ernährung entspannt an. Wenn Sie sich bewusst ernähren, Ihre Nahrung gezielt ergänzen und regelmäßig Ihre Eisenwerte überprüfen lassen, wird es Ihnen und Ihrem Kind an nichts mangeln.

 


FOLSÄURE – DAS "SCHWANGERSCHAFTSVITAMIN"

Folsäure (Vitamin B9) gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine und muss als lebensnotwendiges Vitamin dem Körper zugeführt werden.

Für schwangere und stillende Frauen ist Folsäure besonders wichtig, denn sie ist für alle Zellteilungsprozesse und für das  Wachstum des mütterlichen Gewebes unverzichtbar. Dementsprechend spielt sie auch für das werdende Leben eine herausragende Rolle und sollte schon zu Beginn der Schwangerschaft dem Körper in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Deshalb ist es so wichtig, schon zum Zeitpunkt des Kinderwunsches mit der zusätzlichen Aufnahme von Folsäure zu beginnen.

Übrigens: Sie profitieren auch in anderer Hinsicht von einer optimalen Folsäureversorgung. Folsäure ist an der Funktion des Immunsystems maßgeblich beteiligt, sorgt für einen ausgewogenen Homocystein-Blutspiegel und hat die gute Eigenschaft, Müdigkeit zu verringern.

Bedarf

Es ist schwierig, den täglichen Bedarf an Folsäure allein über die Nahrung zu sichern. Folsäure reagiert besonders empfindlich auf Licht und Hitze. Sie kann deshalb durch Zubereitung der Speisen in der Mikrowelle, Kochen oder Überlagerung bis zu 90 % ihrer Funktionskraft einbüßen.

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen sollten ab etwa vier Wochen vor der geplanten Schwangerschaft bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche täglich 800 µg Folsäure (in Folio®forte bzw. Folio®forte jodfrei enthalten) zugeführt werden. Am besten ist es daher, gleich nach Absetzen der Verhütungsmittel mit der zusätzlichen Folsäureaufnahme zu beginnen.

Ab der 13. Schwangerschaftswoche und während der Stillzeit wird der Bedarf mit 400 µg Folsäure (in Folio® und Folio®jodfrei enthalten) gesichert.

Vorkommen

In Blattsalaten, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Spinat, Tomaten, Weizenkeimen, Hülsenfrüchten, Hefe, Eiern und Nüssen.

 


VITAMIN B12 – DAS "HELFERVITAMIN"

Vitamin B12 ist ebenfalls für das Immunsystem sowie für die Blutbildung notwendig. Außerdem ist es ein wichtiges Vitamin für das Nervensystem und den Energiehaushalt. Ohne dieses Vitamin kann Folsäure ihre verschiedenen Aufgaben nicht ausführen. Es ist sozusagen das "Helfervitamin" der Folsäure, denn die beiden Vitamine arbeiten eng zusammen.

Wichtig: Ein guter Vitamin B12-Status ist daher ebenso notwendig wie die ausreichende Versorgung mit Folsäure!

Bedarf

Der Vitamin B12-Bedarf wird ausschließlich über den Verzehr tierischer Nahrungsmittel gedeckt. Zu viel kann von dem wasserlöslichen Vitamin nicht aufgenommen werden, da es bei einem Überangebot vom Körper einfach wieder ausgeschieden wird. Für diejenigen, die sich fleischarm oder fleischlos ernähren, kann die Versorgung mit diesem wertvollen Vitamin allerdings schwierig werden.

Vorkommen

Hauptsächlich in Fleisch und Fisch, geringere Mengen auch in Milch und Eiern

 


Vitamin D – DAS SONNENVITAMIN

Vitamin D wird auch als "Sonnenvitamin" bezeichnet, da der Körper es durch die Einwirkung von Sonnenstrahlung selber produzieren kann: Die UVB-Strahlung bewirkt, dass in der Haut ein Provitamin gebildet wird. Durch die Körperwärme entsteht dann das aktive Vitamin D3.

Studien der letzten Jahre belegen, dass ein Großteil der Bevölkerung mit Vitamin D unterversorgt ist.
Zum einen halten sich die meisten Menschen hierzulande überwiegend in Räumen auf und zum anderen werden häufig Sonnencremes mit höheren Lichtschutzfaktoren verwendet. Die Folge ist eine gehemmte Bildung von Vitamin D. Eine Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor um 8 zeigt schon diese Wirkung.
Bei Frauen, die sich verschleiern, kommt kaum noch UVB-Strahlung an. Sie weisen in der Regel einen eklatanten Vitamin-D-Mangel auf.

Mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung der Schwangeren können die Risiken bestimmter Komplikationen während der Schwangerschaft verringert werden (wie z. B. Schwangerschaftsdiabetes oder die Gefahr einer Frühgeburt). Für die Entwicklung des Kindes spielt die Bedeutung von Vitamin D3 auf die Entwicklung der Knochen- und Muskelfunktion und des Immunsystems eine große Rolle. Außerdem: Es wurde festgestellt, dass die Allergieraten von Kindern niedriger ausfallen, wenn deren Mütter während der Schwangerschaft mit genügend Vitamin D ausgestattet waren.

Bedarf

Nach aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Schwangere, die sich nur ungenügend dem Sonnenlicht aussetzen, 20 µg Vitamin D3 täglich aufnehmen. Dementsprechend enthalten alle unsere Folio®-Produkte diese Vitamin-D-Menge.

Vorkommen

Neben der körpereigenen Bildung, die 80 - 90 % der Versorgung ausmacht, kann Vitamin D auch über die Nahrung aufgenommen werden. Die Hauptquellen sind Lebertran, Fisch und - zu einem geringeren Anteil - Milch, Käse und Eier.

Hinweis für Veganer:
Das Vitamin D3 wird aus Schafwolle gewonnen und anschließend so hoch aufgereinigt, dass keinerlei tierische Bestandteile in den Tabletten mehr enthalten sind.


JOD – DER MINERALSTOFF

Jod ist ein unverzichtbarer Mineralstoff, den unser Körper zum Aufbau der  Schilddrüsenhormone benötigt. Diese Hormone steuern das Wachstum und die Entwicklung der Organe, des Nervensystems, des Gehirns, der Muskulatur und des Skelettsystems. Zudem ist Jod ein wichtiger Stoff für den Erhalt einer normalen Haut und die Regulierung des Energiehaushaltes. 

Schon gewusst? Ab der 12. Schwangerschaftswoche beginnt die Schilddrüse des Fetus mit der eigenen Hormonproduktion. Sie ist hierfür einzig und allein auf die Jodzufuhr über die Mutter angewiesen.

Fazit: Die ergänzende Aufnahme von Jod während der Schwangerschaft und der Stillzeit unterstützt das normale Funktionieren der kindlichen Schilddrüsenhormone.

Bedarf

Der Mineralstoff ist nur in geringen Mengen in unseren Ackerböden enthalten. Deshalb sind auch die tierischen und pflanzlichen Agrarprodukte arm an Jod. Zwar weisen Milch und Milchprodukte durch die Anreicherung der Futtermittel mit Jod heute wieder etwas höhere Jodgehalte auf. Trotzdem liegt die durchschnittlich verzehrte Menge noch unter der empfohlenen Mindestmenge. Schwangeren und stillenden Frauen wird daher dringend geraten, aufgrund ihres erheblichen Mehrbedarfes täglich zusätzliche 150 Mikrogramm Jod aufzunehmen (wie in Folio®forte und Folio® enthalten).

Vorkommen

In Seefisch, jodiertem Speisesalz sowie geringere Mengen in Milch- und Milchprodukten

 


B-VITAMINE FÜR DAS WOHLBEFINDEN IN DER SCHWANGERSCHAFT

ALLGEMEINES
TIPPS BEI ÜBERLKEIT

 

 

ALLGEMEINES

Die hormonelle Umstellung zu Beginn der Schwangerschaft hat zum Teil erhebliche körperliche und seelische Veränderungen zur Folge. Hier kommen die B-Vitamine ins Spiel: Vitamin B6 trägt dazu bei, dass die zum Teil überschießenden Hormonbildungen auf ein Normalmaß reguliert werden. Denn insbesondere die erhöhte Produktion von hCG (humanes Choriongonadotropin), Estrogen und Progesteron stehen im Verdacht, Übelkeit auszulösen.

Zusammen mit Vitamin B12 hilft Vitamin B6, dass das Immunsystem normal funktioniert und die roten Blutkörperchen normal gebildet werden. 

Vitamin B1 + B6 + B12 sorgen schließlich für einen normalen Energiestoffwechsel und normale Funktionen des Nervensystems. Darüber hinaus wirken die Vitamine mit, wenn es darum geht, Müdigkeit zu verringern.

Nausema® enthält die Vitamine B6, B1 und B12 in der erforderlichen Menge. Sie unterstützen schwangere Frauen, die Umstellungen gut zu verkraften. Nach drei bis vier Tagen der Einnahme wird sich ein Wohlbefinden einstellen.

 


TIPPS BEI ÜBELKEIT

Sorgen Sie für möglichst viel Ruhe und seelische Ausgeglichenheit. Das heißt nicht, dass Sie untätig werden sollen: Bewegung an frischer Luft und schonender Sport tut Ihnen gut! Stellen Sie außerdem Ihre Essgewohnheiten um und nehmen Sie eine leichte und ausgewogene Kost zu sich.

Ernährungstipps:

  • Vor dem Aufstehen Keks, Zwieback oder Toastbrot essen.
  • Trockene Haferflocken kauen (binden die Magensäure).
  • Ingwertee bzw. Ingwerbonbons für unterwegs.
  • Keine den Magen reizenden Getränke trinken (z. B. Kaffee, Cola, Orangensaft).
  • Fette, säurehaltige und stark gewürzte Speisen meiden.
  • Wichtig: mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen.
  • Nach dem Essen aufrecht halten.

 


SPORT UND ENTSPANNUNG

Während der Schwangerschaft steigern leichter Sport und Bewegung Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden. Eine gute körperliche Verfassung ist außerdem die beste Grundlage für eine problemlose Entbindung.

Nach der Geburt sollten Sie die Rückbildungsgymnastik mit gezielten Übungen für die Bauch-, Beckenboden- und Rückenmuskulatur gewissenhaft durchführen. Übrigens: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für 10 Stunden Rückbildungsgymnastik bei einer Hebamme.

Geeignete Sportarten

Zu den Sportarten, die Sie in der Schwangerschaft mit gutem Gewissen betreiben können, zählen Schwimmen, Wandern und Nordic Walking. Auf das Joggen müssen Sie in den ersten Monaten der Schwangerschaft nicht verzichten, sofern Sie auf gut befestigten Wegen und in ruhigem Tempo laufen.

Besonders geeignet ist auch Pilates, eine sehr schonende, aber intensive Form der Gymnastik. Wir haben Ihnen einige ausgewählte Pilates-Übungen zusammengestellt, die Sie in unserem Serviceteil downloaden und ganz einfach nachturnen können.

Nicht geeignete Sportarten

Nicht geeignet sind Sportarten mit erhöhter Sturzgefahr oder solche, bei denen Sie größeren Erschütterungen (z. B. Radfahren!) ausgesetzt sind. Meiden Sie deshalb auch Skifahren und Snowboarding, Schlittschuhlaufen, Reiten sowie alle Ball- und Extremsportarten.

Entspannung

An eines sollten Sie immer denken: Sobald Sie sich entspannen, kommt auch Ihr Kind zur Ruhe. Umgekehrt wirken sich Stress und Anspannung negativ auf das Wohlbefinden Ihres Kindes aus.

Mit bestimmten Körperhaltungen und gleichzeitigem tiefen Ein- und Ausatmen unterstützen Sie aktiv eine erholsame Entspannung.

Auch wenn gute Ratschläge manchmal gar nicht so leicht zu befolgen sind: Versuchen Sie, wenigstens einige umzusetzen.

Tipps zur Entspannung:

  • Vermeiden Sie möglichst Stress und Hektik.
  • Bewegung an frischer Luft tut gut.
  • Sorgen Sie unbedingt für ausreichenden Schlaf.
  • Gönnen Sie sich zwischendurch eine Ruhepause und legen Sie die Beine hoch.
  • Entspannende Musik wirkt Wunder.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Partner massieren.

 


RUND UMS STILLEN

Es ist ein ganz besonderer Moment: Sie haben Ihr Baby geboren und legen es zum ersten Mal an. Dieser erste, innige Kontakt zwischen Mutter und Kind sollte in entspannter, friedlicher Atmosphäre ohne jede Störung stattfinden. Bei Ihrem ersten Kind wird die Hebamme Ihnen das richtige Anlegen zeigen. Keine Sorge, meist geht alles instinktiv wie von selbst.
Ihr Kind wird mit der wichtigen Vormilch, dem sogenannten Kolostrum versorgt. Sie ist perfekt auf die Bedürfnisse eines Neugeborenen zugeschnitten und bildet sich in den ersten Tagen nach der Geburt. Die Vormilch ist dick, klebrig, gelblich und sehr nährstoffhaltig, weshalb auch geringe Mengen zur Sättigung des Babys ausreichen. Da die Vormilch auch reich an Antikörpern ist, bildet sie einen wertvollen Schutz vor Infektionen und Allergien. Außerdem wirkt die Vormilch abführend, so dass das Baby das Mekonium (erster schwarz-grünlicher Stuhlgang, auch "Kindspech" genannt) leichter ausscheiden kann.
Übrigens: In den ersten Tagen nach der Geburt wird mit dem Saugen an der Brust das Hormon Oxytocin gebildet, das die Produktion der Muttermilch und die Rückbildung der überdehnten Gebärmutter fördert. Daher treten die manchmal recht unangenehmen Nachwehen immer beim Anlegen des Babys auf.

Vorteile des Stillens

Die Frage, ob Sie Ihr Kind stillen wollen oder nicht, hängt von ganz persönlichen Erwägungen ab. Selbstverständlich führen Sie ein unabhängigeres Leben, wenn Sie zur Flaschennahrung übergehen. Unumgänglich wird dieser Schritt fast immer, sobald Sie zum Berufsalltag zurückkehren. Versuchen Sie aber in jedem Fall, möglichst lange Ihre Milch abzupumpen und zu füttern. Sollte es mit dem Stillen aus gesundheitlichen oder physiologischen Gründen nicht klappen, haben Sie bitte keine Schuldgefühle. Ihr Baby wird mit der modernen Fertigmilch, die weitgehend an die Zusammensetzung der Muttermilch angepasst ist, gut versorgt.

Es gibt viele gute Gründe, die für das Stillen sprechen:

  • Stillen fördert die intensive Mutter-Kind-Beziehung. Durch das Stillen zieht sich nach der Geburt die Gebärmutter schneller zusammen und der Blutverlust ist geringer.
  • Die Muttermilch enthält alle notwendigen Nährstoffe sowie bestimmte Abwehrstoffe, die das Kind vor Allergien und Infekten schützen.
  • Die Muttermilch ist leicht verdaulich und passt sich den Bedürfnissen des heranwachsenden Kindes perfekt an.
  • Gestillte Kinder neigen weniger zu Übergewicht.
  • Die Muttermilch ist unglaublich praktisch: immer dabei, wohltemperiert, hygienisch und kostenlos.

Die Nationale Stillkommission empfiehlt, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats voll zu stillen und dann nach und nach die Nahrung durch Brei zu ersetzen.

 


ERNÄHRUNG IN DER STILLZEIT

Je bewusster Sie auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung achten, desto besser wird Ihr Kind über die Muttermilch versorgt. Dabei gilt, was zu diesem Thema unter „Ernährung in der Schwangerschaft“ bereits erwähnt wurde. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie gerade auch während der Stillzeit auf die Mikronährstoffe Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D3 und Jod legen. Denn Folsäure und ihr „Helfervitamin" B12 sind wichtig für die Zellteilung und das Zellwachstum. Vitamin D3 ist ebenso wie die Folsäure für das Zellwachstum zustänidg und unterstützt maßgeblich das Immunsystem. Auch in der Stillzeit ist dieses Vitamin deshalb wichtig. Geben Sie Ihrem Baby ein Vitamin-D-Präparat, können Sie für Ihren eigenen Bedarf das Vitamin noch zusätzlich aufnehmen.
Der Mineralstoff Jod ist ein notwendiger Bestandteil für die Schilddrüsenhormone, die für die körperliche Reifung und die Ausbildung der Intelligenz des Kindes verantwortlich sind.
Als stillende Mutter brauchen Sie außerdem mehr Energie: Der Bedarf wächst zunächst täglich um mindestens 600 kcal, ab dem 4. Stillmonat bei vollem Stillen um 500 kcal.

Babys reagieren unterschiedlich auf die Ernährungsweise der Mutter. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind zu schmerzhaften Blähungen und wundem Po neigt, sollten Sie bestimmte Nahrungsmittel meiden. Übrigens: Auch zu viel Mineralwasser kann Blähungen entstehen lassen.

Nahrungsmittel, die zu Blähungen führen könnten:

  • Zwiebeln, Knoblauch
  • Vollkornprodukte
  • Kohl
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • rohes Gemüse

Nahrungsmittel, die einen wunden Po verursachen könnten:

  • Zitrusfrüchte
  • Kiwis
  • Erdbeeren
  • Tomaten
  • Paprika
  • säurehaltige Lebensmittel und Getränke allgemein

Ganz wichtig ist es, dass Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen! Neben stillem Mineralwasser sind Kräutertees (insbesondere Fencheltee) oder Milchbildungstees sowie Saftschorlen empfehlenswert. Bei Kaffee, schwarzen Tee und Cola sollten Sie zurückhaltend sein. Verzichten Sie sicherheitshalber weiterhin gänzlich auf Alkohol.

Vorsicht: Pfefferminz- und Salbeitee sind milchbildungshemmend!


PROBLEME BEIM STILLEN

Bevor sich ein selbstverständlicher Stillvorgang eingependelt hat, können gelegentlich Schwierigkeiten auftreten, die sich im Laufe der Zeit aber meist von selbst wieder lösen. Drei Problemfelder treten dabei am häufigsten auf:

Schmerzen beim Stillen

Die Brustwarzen müssen sich zunächst auf die Beanspruchung durch das Saugen einstellen. Mit ein paar Tricks können Sie anfängliche Schmerzen lindern:

  • Auf die richtige Anlegetechnik achten (am ganzen Warzenhof saugen lassen).
  • Auch wenn es schmerzhaft ist: häufiges Anlegen härtet die Brustwarzen am besten ab.
  • Mit der weniger wunden Seite beginnen.
  • Die Stilldauer nicht verkürzen.
  • Nach dem Stillen die Brustwarzen mit etwas Muttermilch benetzen und an der Luft trocknen lassen.
  • Mit einer traubenzuckerhaltigen Salbe oder Heilsalbe vorsichtig eincremen.
  • Bei sehr wunden Brustwarzen Brustwarzenschoner verwenden.


Zu viel Milch

Besonders in der Anfangszeit, wenn die Milch einschießt, sorgt die spannende Brust für Schmerzen. Die richtige Milchproduktion passt sich aber im Laufe der Zeit an den Bedarf des Kindes an. Beobachten Sie aufmerksam Ihre Brust, um einer eventuellen Brustentzündung (Mastitis) rechtzeitig entgegenwirken zu können.

  • Das Kind nur an eine Brust anlegen, bei der nächsten Mahlzeit die andere Seite anbieten.
  • Die jeweils andere Seite mit der Hand ausstreichen, bis der Druck nachlässt (stärkeres Ausstreichen oder Abpumpen regt die Milchproduktion an!).
  • Kalte Umschläge oder Quarkumschläge anlegen.
  • Pfefferminz- und Salbeitee trinken.


Zu wenig Milch

Viele Frauen haben die Sorge, dass ihre Milchmenge zur Sättigung des Babys nicht ausreicht. Diese Sorge ist in der Regel unbegründet. Lassen Sie sich nicht verunsichern - die Natur hat es so eingerichtet, dass die Mutter ihr Kind mit einer bedarfsgerechten Milchmenge ernähren kann.

  • Brust vor dem Anlegen 10 Minuten erwärmen.
  • Häufiges Anlegen (Neugeborene etwa alle 2-3 Stunden) steigert die Milchproduktion.
  • Das Kind nicht zu früh von der Brust nehmen.
  • Dem Säugling nicht zusätzlich Tee oder Wasser geben.
  • Zufüttern ist der erste Schritt zum Abstillen.
  • Ausreichend trinken.
  • Für Ruhe und Entspannung beim Stillen sorgen.

 


ABSTILLEN

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, den Säugling von der Brust zu entwöhnen. Das ist kein leichter Vorgang, denn sowohl Kind als auch Mutter haben sich an einen Stillrhythmus gewöhnt. Auch muss die Beendigung der Stillzeit emotional verarbeitet werden. Am schönsten ist es, wenn der Übergang gleitend ist und das Kind sich schon so weit entwickelt hat, dass es den Hauptteil der Nahrung in halbfester oder fester Form zu sich nehmen kann.

Doch auch dann führt das Einstellen des Stillens zu einer spannenden und übervollen Brust. Hier gelten die vorigen Ratschläge, also vorsichtiges Ausstreichen (nicht Abpumpen!), kühlende Umschläge und Pfefferminz- oder Salbeitee.
Eine altbewährte Maßnahme ist das Hochbinden der Brust, was aber mitunter als sehr unangenehm empfunden wird.
Sollten sich größere Probleme einstellen, kann medikamentös nachgeholfen werden.

Um dem Kind das Abstillen zu erleichtern, ist der Vater gefordert. Zur gewohnten Stillmahlzeit sollten Sie sich zurückziehen und Ihrem Partner die – dann allerdings nicht ganz einfache – Betreuung des Kindes überlassen.

 


RÜCKBILDUNGSGYMNASTIK

Die Rückbildungsgymnastik sollten Sie gewissenhaft betreiben, da sie den übermäßig beanspruchten Beckenboden trainiert und Bauchdecke, Gebärmutter und Vagina (fast) in den Zustand vor der Geburt zurück bringt. Ferner wird mit den Übungen die Rücken-, Bauch- und Pomuskulatur gestärkt, so dass Ihre Figur wieder ihre ursprüngliche Form erhält.

Der Beckenboden besteht aus Muskeln und Bändern. Er stützt die Gebärmutter und die Harnblase. Außerdem hat er Einfluss auf die Schließfunktion des Blasen- und Darmausgangs. Wird der Beckenboden nach einer Entbindung nicht wieder genügend aufgebaut, können Probleme beim Harnhalten zurückbleiben. Ein Training in späteren Jahren ist unvergleichlich mühsamer und weniger erfolgreich.

Alles, was den Beckenboden belastet- etwa zu früher intensiver Sport oder schweres Heben – sollten Sie anfangs unterlassen.

Mit der Rückbildungsgymnastik wird ganz vorsichtig meist schon am zweiten Tag nach der Entbindung begonnen. Ihre Hebamme wird Ihnen die Übungen zur Stärkung der Muskulatur zeigen, die Sie später auch allein durchführen können und sollten.

Übrigens: Nach der Geburt haben Sie bei allen gesetzlichen Krankenkassen Anspruch auf 10 Gymnastikstunden!

Tipps für das alltägliche Beckenbodentraining

  • Jederzeit und an jedem Ort „Fahrstuhl fahren“: Ziehen Sie mit dem Ausatmen den Beckenboden Stück für Stück hoch, halten Sie ihn kurz angespannt und entspannen Sie ihn wieder beim Einatmen. Dabei ist es wichtig, dass Sie wirklich nur die Beckenbodenmuskulatur aktivieren.
  • Halten Sie vor dem Wasserlassen den Urin kurz zurück.
  • Spannen Sie bei jeder Belastung – auch beim Niesen oder Husten – den Beckenboden an.